Sonntag, 17. Juni 2018
Baltikum Törn 2018
TALLINN Juni 2018

Sonntag 17. Juni

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Dienstag, 29. Mai 2018
Baltikum Törn 2018
LITAUEN 28.-30. Mai 2018
LETTLAND 31. Mai-8. Juni 2018
ESTLAND. 9.-16. Juni 2018

LITAUEN

Montag/Dienstag 28./29. Mai. Hel-Klaipeda 130 sm (mit Kreuzschlägen 20 sm als "Zugabe")

Geschafft!!
Der lange Schlag von ca 24 h vorn Polen nach Litauen entlang der russischen Exklave Königsberg ist in der Tat eine Herausforderung. Es ist nicht nur eine Nachtfahrt, auch Wetter und Winde müssen mitspielen.
Wir haben sehr viel Glück mit konstanten und moderaten Segelwinden allerdings meistens wie bisher genau gegenan. Trotzdem ist unter diesen Bedingungen selbst das Aufkreuzen ein wahres Erlebnis. Wir erleben eine einmalige Nachtfahrt mit spektakulärem Sonnenunter- und Aufgang. Zudem erleuchtet der Vollmond unseren Weg durch die kurze Nacht. Am Ende können wir 106 sm unter Segel ins Logbuch schreiben.
Wir machen fest im Klaipeda Kastellhafen, der dicht bei der Altstadt im alten Festungsgraben der ehemaligen Memelburg liegt. Die Einfahrt ist sehr eng und dazu noch von einer kleinen Drehbrücke versperrt. Diese wird jede Stunde geöffnet und liefert ein kleines Schauspiel, da dazu lange Metallrohre als Hebel auf das Drehkreuz gesteckt und die Brücke durch zwei kräftige Männer aufgekurbelt wird.

Sonnenuntergang und Vollmondnacht





Das offizielle Liste der angekommenen Yachten mit Comfy und Toy4Two



Brückenöffnung durch zwei kräftige Männer....



Hafenpanorama



Dienstag 29. Mai 2018

Seit unserem Start sind wir auf der Suche nach Segelshops, in denen wir eine noch fehlende Seekarte von Estland kaufen können. Leider gibt es keine oder wenige spezialisierte Läden wie wir sie kennen. In Klaipeda treffen wir einige sehr hilfsbereite Menschen, die uns trotz großer Sprachbarrieren schlussendlich den Weg zu einer Kartendruckerei zeigen. Seekarten gibt es nicht auf Vorrat, sie werden in England elektronisch bestellt und dann direkt auf einem Spezialdrucker farbig ausgedruckt. Der Chef macht für uns sogar “Überstunden”, und wir sind glücklich mit unserem neuen Kartenmaterial.

Mittwoch 30. Mai Hafentag in Klaipeda

Mit Fähre und Bus fahren wir ins idyllische Nida (Nidden) auf der Kurischen Nehrung kurz vor der Grenze zur russischen Föderation.

Ein typisches Sommerhaus in Nida




Wir erwandern die ca 50 m hohe Parnidzio Düne mit herrlicher Aussicht auf das Kurische Haff und die Ostsee, unterhalb liegt das "Tal des Todes", in der Tat sehr ähnlich dem kalifornischen Death Valley.



Das «Tal des Todes »



Am höchsten Punkt befindet sich eine Plattform mit moderner Sonnenuhr in Form einer schlanken Steinsäule. Kreisförmig angeordnete Steinstufen zeigen die Uhrzeit und auch den Monat an. Dunkle Steine bedeuten Nacht bzw Sonnenuntergang.



Wir besichtigen außerdem das Sommerhaus von Thomas Mann, welches er 1930 gebaut aber nur 2 Jahre genutzt hat, bevor er aus Deutschland ausgewandert ist.

Das Sommerhaus



LETTLAND

Donnerstag 31. Mai Klaipeda-Liepaja (Libau) 67sm (mit Kreuzschlägen)

Das schöne Sommerwetter bleibt uns auch heute erhalten, der Wind bläst uns allerdings mit vollen 4 Windstärken aus Nord entgegegen, was wiederum eine kurze, steile Welle erzeugt. Nach etlichen "Bocksprüngen" und zahlreichen Wenden kommen wir wohlbehalten in Liepaja an. Aufgrund der vielen Kreuzschläge benötigen wir leider 3 Stunden länger als geplant.

Hafeneinfahrt Liepaja



Wir haben nach Polen und Litauen nun schon das dritte Land besucht und heute die 600 !! Seemeilen Marke geknackt, bisher insgesamt 647 sm seit unserem Start vor 3 Wochen.

Freitag, 1. Juni Hafentag in Liepaja

Wir sind sehr positiv überrascht von der quirligen und attraktiven Stadt Liepaja, immerhin 100000 Einwohner. Der Hafenmeister ist sehr kundenorientiert und gibt sein Bestes, uns die Sehenswürdigkeiten seiner Stadt zu erläutern bevor er überhaupt an das Kassieren der Hafengebühr denkt. Er verdient sich damit einen unserer mitgebrachten Clubstander, die wir nur bei besonderem Service überreichen.
Wir besichtigen die Heilige Dreifaltigkeitskirche mit ihrem Orgelmeisterwerk, mit 131 Registern soll sie die größte mechanische Orgel der Welt sein, zumindest nach Auskunft
der Einheimischen.
Weiterhin gibt es einen faszinierenden architektonischen Stilmix von alten lettischen Holzhäusern, Jugendstil, Klassizismus und sowjetischem Baustil.
Besonders die große Markthalle hat uns begeistert, nicht nur wegen der Produktvielfalt und Auswahl sondern wegen des Flairs wie wir es von südlichen Länden kennen.

Die Markthalle





Das älteste Haus in Liepaja



typische Holzfassaden



Das frühere Gymnasium



Konzertsaal Großer Bernstein



Wir beschließen den Nachmittag mit einer Wanderung durch den Stadtpark bis zum Strand mit selten gesehenen feinem, weißem Sand.

Weißer Sand so weit das Auge reicht...



Samstag 2. Juni Liepaja-Pavilosta (Paulshafen) 33 sm

Bei wiederum schönstem Segelwetter und moderaten Winden segeln wir den kurzen Schlag nach Pavilosta, ein Ort mit 1000 Einwohnern. Der Yachthafen ist sehr klein, liegt aber sehr geschützt im Grünen nah am Strand. Abends bis Sonnenuntergang haben wir leider mit aggressiven Mückenschwärmen zu kämpfen. Pavilosta hat mittlerweile neue Serviceeinrichtungen wie Toiletten, Duschen, Waschmaschine und Trockner, ein kleines Hotel mit Restaurant und Bistro. Wer Zeit mitbringt kann herrliche Wanderungen oder Radtouren unternehmen.

Sonnenuntergang am Strand



Hafenpanorama



Sonntag 3. Juni Pavilosta-Ventspils (Windau) 37 sm

Wir starten um 8 h mit einer schönen Raumschotsbrise zum ersten Mal seit unserem Start aus Südwest, müssen später allerdings einige Stunden motoren. Um 12.30 h knacken wir die 700 Seemeilenmarke.
Der Wetterbericht „verspricht“ den Durchzug von Starkwindfronten, sodass wir uns auf einige Hafentage einstellen. In der Hafeneinfahrt von Ventspils sieht man direkt die riesigen Öl- u Kohleterminals, dazu noch einen großen Anlegesteiger für die tägliche Fähre nach Schweden. Der Yachthafen ist nicht sehr t romantisch, hat eher den Charme eines Industriehafens, die Einrichtungen sind aber sehr gepflegt und sauber. Mit uns kommen auch wieder die Comfy, REA und Melusine an, und wir sitzen noch lange zusammen auf der Terrasse des gemütlichen Hafenbistros.

Hafeneinfahrt „rustikal“...



Man liegt an Heckbojen




Montag 4. Juni Hafentag Ventspils

Ventspils ist ein kleiner Ort mit 10000 Einwohnern, es gibt nicht allzuviel zu entdecken. Er ist in diesem Jahr Teilnehmer der „Cowparade“, ca 40 Kühe gestylt und bemalt von unterschiedlichen internationalen Künstlern. Die „Cowparade“ haben wir schon 2003 in Brüssel bewundert.





Ventspils ist stolz auf seine Promenade entlang des Hafenbeckens



Sehenswert sind vor allem Rathaus- und Marktplatz.

Ev. Kirche am Rathausplatz



Marktstanduhr und Halle...





Di, Mi, Do 5.-7.Juni Sightseeing Riga

Aufgrund schlechter Wettervorhersagen mit Starkwind und Regen ändern wir unseren Plan. Wir lassen Toy4Two gut vertäut im Hafen von Ventspils und fahren mit dem Bus nach Riga (185 km, 3 h) mit 2 Hotelübernachtungen.
Auf der Busfahrt wird deutlich wie dünn besiedelt Lettland mit seinen ca 2 Mio Einwohnern ist. Wir sehen ausschließlich Wälder, Wiesen und Äcker fast bis kurz vor der Stadt.
Wir verstehen schnell, warum Riga "Paris des Nordens" genannt wird, mit seinen sehr schön restaurierten Häusern aus der Jugendstil- und Gildezeit, Museen, mittelalterliche Kirchen, Musikkneipen und öffentlichen Plätzen.

Blick von der St Peter Kathedrale auf die Altstadt mit dem Dom St Marien, größter Sakralbau im Baltikum



Das Freiheitsdenkmal, entstanden 1935, ist das wichtigste nationale Denkmal in Riga, « für Freiheit und Vaterland », bis heute ein Ort politischer Versammlung.



Jugendstil in Riga





Die orthodoxe Kirche





Ein Besuch der Riga Black Magic Bar ist ebenfalls ein Muss, hier kann man den berühmten "Riga Balsam", einen Kräuterlikör als Cocktail, in einer Kaffeemischung oder als "schwarzen Mojito" zusammen mit hervorragenden Torten genießen.



Der berühmte Domplatz lädt zum Verweilen ein



Freitag 8. Juni Hafentag Ventspils

Vor dem Start nach Estland legen wir noch einen Wäschetag ein, bunkern Proviant und bereiten die nächsten Tagesetappen vor.

Niedliche Rauchschwalben begleiten uns den ganzen Tag mit ihrem unermüdlichen typischen Gesang und beeindruckenden Flugkünsten



Die kalte baltische Rote Bete Suppe hat es uns angetan



ESTLAND

Samstag 9. Juni Ventspils-Kuressaare (Insel Saaremaa) 66 sm

Wir starten um 7 h, um den morgendlichen guten Segelwind zu nutzen, der uns aber nach vier Stunden wieder verlässt. Mittags überqueren wir die Grenze nach Estland, und wir hissen die vierte Gastlandflagge. Kurz vor Möntu beschließen wir, nach Kuressaare weiter zu gehen, allerdings 25 sm extra.

Fahrt durch die nur ca 30 m breite Rinne, die Solltiefe ist 2,50 m, wir messen allerdings oft nur 2 m und touchieren auch kurz einmal den Boden, offensichtlich keine Steine sondern fester, kompakter Boden.




Nach 12 h Fahrt hilft uns ein sehr freundlicher Hafenmeister beim Anlegen, Heckbojen an beiden Seiten zu angeln und zu belegen ist allerdings nicht sehr einfach.
Die Serviceeinrichtungen sind super, nicht nur Wäschetrockner und Bügeleisen sondern auch eine Sauna ist vorhanden.

Blick über den Hafen, bisher auch in Estland noch wenige Boote unterwegs



Sonntag 10. Juni Hafentag in Kuressaare

Selbst in der Hauptstadt von Saaremaa ist es für einen Sonntag wegen der Vorsaison noch sehr ruhig. Unser persönliches Highlight ist der Besuch der Bischofsburg (früher Arensburg). Sie wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und ist die am besten erhaltene Burg im gesamten Baltikum. Wir bewundern die umfangreiche Ausstellung über Natur und Geschichte der Insel Saaremaa einschliesslich der russischen Besatzungsperiode, die erst im Jahre 1992/1993 endete.



Überall sieht man Spahotels und Wellnessanlagen, der Ort hat sich seit Ende der 90er Jahre wieder zu einem sehr beliebten Kurort entwickelt.

Das lustige Denkmal des Riesen Suur Tölz und seiner Frau Piret, die der Sage nach nur Gutes für die Einwohner von Saaremaa getan haben



Langsam müssen wir uns auch an die "weißen Nächte" gewöhnen, es ist sehr lange hell und die Morgendämmerung beginnt sehr früh.

Die Hafendämmerung um 23.45 h



kurze Zeit später gegen 3 h



Montag, 11. Juni Kuressaare-Kuivistu 51 sm

Da die Wettervorhersagen morgens Segelwind versprechen, brechen wir wieder früh um 7 h auf. Leider kam nicht allzuviel, sodass wir die meiste Zeit motoren müssen, allerdings bei sehr schönem Wetter. Der Hafen ist ganz neu, Einrichtungen sind tipptopp, wir sind zusammen mit einem finnischen Solosegler die einzigen Gäste. Die Idylle wird leider durch ständigen Autolärm etwas getrübt, der sich aus dem kontinuierlichen Fährverkehr mit dem Festland ergibt.
Wir knacken heute außerdem die 800 Seemeilen Marke und haben nun insgesamt 830 sm auf der Logge

Blick aus dem Cockpit



Kontinierlicher Fährverkehr



Dienstag 12. Juni Hafentag auf der Insel Muhu

Die Insel wirbt mit dem Slogan "Muhu-The Island where the time rests". Sie ist sehr klein, gemütlich und hat mit ihrer zum Teil unberührten Natur einen echten Charme.
Wir unternehmen eine Radtour und erkunden auch den nahegelegenen Naturhafen Lõunaranna, der sich ebenfalls sehr gut für einen Übernachtung eignen würde. Der Hafenmeister spricht perfekt Deutsch und ist gleichzeitig Bistro-und "Hotelchef", denn er vermietet auch Betten in einfachen Waggons.

Idylle am Waldrand



Mittwoch 13. Juni Kuivastu-Haapsalu 32 sm

Wir starten um 8 h zu einem vermeintlich gemütlichen Schlag bei max 3 Windstärken, doch daraus wurden schnell 4 bis 5, und das genau von vorn. Das daraus resultierende Wellenbild kennen wir schon, kurz und steil, d.h, wir kommen nur sehr langsam meistens unter Motor voran. Segeln ist nur bedingt möglich mangels freiem Segelraum im nördlichen Teil des Golfs von Riga, überall Steine und Untiefen, genaues Navigieren ist angesagt. Das Anlegemanöver gestaltete sich als größere Herausforderung, Heckbojen als Festmacher bei einem Seitenwind von 5 Windstärken. Mit tatkräftiger Hilfe von einheimischen Bootseignern meistern wir auch diese Hürde.
In Haapsalu stellen wir fest, dass die Hafengebühren pro Übernachtung von Süden nach Norden kontinuerlich ansteigen, von 10 € in Polen auf nun 30 €. Tallinn wird dieses sicherlich noch toppen.
Haapsalu ist eine beschaulicher Kurort mit viel Atmosphäre, es gibt eine schöne Promenade am Wasser, ein wunderschönes Kurhaus, und die berühmte Bischofsburg. Die Einwohner sind stolz auf den Besuch des berühmten russischen Komponisten Pyotr Tchaikovsky im Jahre 1867, da er hier einen Großteil seiner ersten Oper "Voyevoda" geschrieben hat.
Im Supermarkt werden wir von einem freundlichen Esten angesprochen, der uns beim Anlegen gesehen hat. Er bietet uns seinen "Taxiservice" zurück zum Hafen an, wir sind froh, dass wir unsere Einkäufe nicht schleppen müssen. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Litauer, Letten und Esten haben uns bisher schon sehr beeindruckt.
Auf Empfehlung anderer Segler besuchen wir das Restaurant "Kärme Küülik" (das flinke Kaninchen) und genießen die lokale Küche (gegrilltes Kaninchen und Gänsebrust) in einem urigen Ambiente.

Morgenhimmel mit interessanter Wolken Formation



das Kurhaus mit schönem Ambiente





Donnerstag 14. Juni Haapsalu-Dirhami 22 sm

Wir nutzen ein kurzes Zwischenhoch für den Schlag nach Dirhami, ein Hafen in einer schönen Bucht am Waldrand gelegen. Es sind heute nur 3 Gastlieger vor Ort.

2 Schwäne vor unserm Bug fühlen sich gestört und flüchten



Naturhafen Dirhami



Luftaufnahme



Freitag, 15. Juni Dirhami-Lohusalu 29 sm

Nach einer Winddrehung über Nacht auf Südwest können wir den Kurs direkt anlegen, auch heute wieder die typische kurze Welle, aber nicht direkt von vorn. Wir segeln jetzt schon entlang der Nordküste Estlands und sind gespannt auf Tallinn.
Der Hafenmeister ist zum Anlegen rechtzeitig zur Stella und hisst direkt nach unserer Ankunft zur Begrüßung die deutsche Flagge. Er heißt uns herzlich willkommen im "Estonian Africa", es kann überall regnen, aber (meistens) nicht in der Bucht von Lohusalu.
Sämtliche Einrichtungen sind neu und top modern, eine Sauna gehört ebenfalls zum Standard wie bisher in jedem Hafen, den wir Estland bisher angelaufen haben.

Wieder ein romantischer Hafen direkt am Wald





Samstag 16. Juni Lohusalu-Tallinn 23 sm

Wir sind in Tallinn!!! Was für ein unbeschreibliches Gefühl, nach 936 Seemeilen und 36 Tagen einschließlich 13 Hafentagen zum Sightseeing und Relaxen sind wir sicher in der estnischen Hauptstadt ankommen. Wir liegen im Yachthafen der Old City Marina, quasi direkt an der Altstadt. Der Yachtclub lässt sich diesen Platz wie schon vermutet fürstlich bezahlen (45 €). Die Ankunft wird zusammen mit dem Team der Melusine entsprechend gefeiert, die REA ist leider schon wieder weg und Comfy durchquert noch den Golf von Riga.
Wir bereiten uns nun auf einige Hafentage vor, da sich das Wetter verschlechtern und unbeständiger werden soll, hoffen aber noch auf ein Wetterfenster, um nach St Peterburg zu segeln.
Der Hafen ist randvoll fast ausschließlich mit Booten aus der Gegend um Helsinki, die das schöne Wetter für einen Wochenendausflug genutzt haben.

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Dienstag, 15. Mai 2018
Baltikum Törn 2018
POLEN 16.-27. Mai 2018

Mittwoch 16. Mai
Karnin-Swinemünde 28 sm

Wir starten um 8.45 h und motoren durch das kleine Stettiner Haff, halten uns dabei streng an das enge betonnte Fahrwasser. Um 11.40 h passieren wir die polnische Grenze, Uta hisst rechtzeitig die polnische Gastlandflagge.



Gegen Mittag biegen wir in die Kaiserfahrt bzw. den Piastowskikanal ein, der die Ostsee auch für größere Frachtschiffe mit Stettin verbindet. Ein Strom von fast 1 Knoten im Mündungsbereich der Oder lässt uns schnell voran kommen. Wir passieren eine Anzahl mittlerer und größerer Schiffe, querende Fähren und einige Segler, meistens unter deutscher Flagge.



Der Hafen von Swinemünde ist als ehemaliger Arbeitshafen sehr groß und quasi leer. An unserem Steiger treffen wir auf 3 weitere deutsche Boote, die ihren Liegeplatz zeitweise in die Boddengewässer verlegt haben. Die Marina bietet guten Komfort und ist schon zum 3. Mal mit der blauen Flagge ausgezeichnet worden.
Unser Liegeplatz ist wiederum umsäumt von Bäumen und Wiesen.



Wir beschließen noch einen Tag zu bleiben, um Swinemünde und Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden.

Donnerstag 17. Mai Hafentag in Swinemünde

Nach Einkauf im zentralen, gut sortierten Supermarkt starten wir zu einer Fahrradtour entlang der Küste Richtung Seebad Ahlbeck auf deutscher Seite. Wir radeln über die längste europäische Seepromenade, die Polen mit Deutschland verbindet.






Usedom ist ein Paradies für Radfahrer, überall gibt es sehr gut ausgebaute Radwege. Wir besuchen die berühmte Ahlbeck Pier mit den markanten 4 Türmchen.



Auf dem Rückweg entdecken wir eine Sandskulpturen Ausstellung mit zum Teil gigantisch großen Motiven, die noch bis zum Herbst gezeigt werden sollen.

Vom Blauen Engel...



bis Dirty Dancing...



Zurück im Hafen treffen wir unsere Nachbarn, ein Ehepaar aus Gelting, das mit ihrer « Polly“ wie wir auf dem Weg nach Tallinn und Helsinki ist. Weitere Treffen sind daher nicht ganz unwahrscheinlich.

Freitag 18. Mai Swinemünde-Kolberg 52 sm

Wir legen früh um 7 h ab für einen langen Schlag nach Kolberg. Das schöne Wetter bleibt uns auch heute erhalten, leider auch der daraus resultierende kühle Nord- bzw Nordostwind, sodass wir entweder kreuzen oder motoren müssen.
Neben Bordroutine bleibt viel Zeit zum Studium der mitgebrachten Segelliteratur.



Um 16 h laufen wir in die neue Gästemarina ein. Der Hafenmeister ist sehr freundlich und gibt uns ausführliche Erklärungen in perfektem Englisch.



Am gleichen Steg treffen wir auch die Polly wieder. Beim einem Bier werden Törnerfahrungen ausgetauscht und die nächsten Etappen diskutiert.
Obwohl uns nicht viel Zeit zur Erkundung von Kolberg bleibt stellen wir fest, dass dieses bekannte Seebad viele deutsche Familien anzieht, hier ihren (Strand)Urlaub zu verbringen.

Samstag 19. Mai Kolberg-Darlowo 37 sm

Die Sonne verwöhnt uns schon sehr früh am Morgen, wir starten erst gegen 11 h in der Hoffnung auf guten Segelwind am Nachmittag. Mit einer unverhofften Winddrehung Richtung Nord blieb uns in der Tat ein Tag unter Motor erspart. Auf dem gesamten Weg war kein einziger Segler zu sehen. Im Hafen von Darwolo ( früher Rügenwalde) treffen wir auf die Crews von der REA aus Glücksstadt, der COMFY aus Flensburg und der REGIA aus Berlin. Wir sind jetzt in einer Gruppe von 4 bzw 5 Booten, die nach Tallinn und weiter wollen und verabreden uns zu einem gemeinsamen Abendessen spätestens im Stadthafen von Danzig.
Darwolo hat sich für Segler sehr gut entwickelt, bis zur Fertigstellung des neuen Yachthafens hat man zahlreiche Pontons im Fischereihafen installiert und ein neues Sanitärgebäude gebaut.

Hafenromantik frühmorgens



Die Strandpromenade am Hafen



Uta beim Fitness Training im « Open Air Studio » an der Promenade von Darlowo



Pfingstsonntag 20. Mai Darwolo-Ustka 25 sm

Wir starten gemeinsam mit REA, COMFY und REGIA und können uns beim Anlegen gegenseitig helfen.... wieder ein Segeltag mit Sonne pur und blauem Himmel, Frühtemperatur nur 4 Grad C. Der heutige Kurs erlaubt nach anfänglicher Motorfahrt Segeln hoch am Wind bis direkt an die Hafeneinfahrt des (Kurorts) Ustka (früher Stolpmünde). Außerdem kommen wir ohne großen Umweg zum Ziel, da an Sonntagen keines der Küstengebiete wegen routinemäßiger Schießübungen der polnischen Marine gesperrt ist.
Ustka hat (noch) keine wirklich guten Plätze für Gastlieger, man liegt allerdings nicht schlecht an der Ostmole direkt an der Promenade mit etwas provisorischen Sanitäranlagen in einem „Container“. Wir werden ab und zu durchgeschaukelt, wenn wieder mal ein Fischer allzu sportlich vorbeirauscht.
Ustka ist sehr geprägt von der Fischereiindustrie, trotzdem sind in den letzten Jahren viele Hotels und Appartmenthäuser in Strandnähe entstanden, die Tagesgäste und Urlauber anziehen.
Die kulinarische Tradition reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert, Ustka bestand aus ca 60 Fischerkaten darunter 6 Tavernen und wurde schon ab 1800 sehr bekannt als Ostseebad. Einer der Sommergäste war Otto von Bismarck, der während seiner regelmäßigen Aufenthalte vor allem vom eingelegten Hering angetan war (Hering à la Bismarck).

An der Hafenpromenade Ostufer



Modernes Design - die Fußgängerbrücke



Auch Ustka hat eine Meeresjungfrau....



Montag 21. Mai Ustka-Leba 37 sm

Wir starten um 8.30 h , ein Baggerkran versperrt uns leider die Ausfahrt und erzeugt zudem eine kräftige Querströmung Richtung Kaimauer. Auf unser Zeichen stoppt der freundliche Maschinist seine Pumpe und winkt uns durch.
Im Laufe des Morgens nimmt der Wind erst auf 4 dann auf 5 Windstärken zu, leider wieder genau von vorn. Auf den Kreuzschlägen kommen wir dennoch zügig voran, doch wegen eines Bedienungsproblems mit dem ersten Reff bergen wir das Großsegel. Nur unter Fock hoch am Wind läuft es auch ganz gut.
Wir erleben nun live, was in vielen Segelbüchern immer wieder erwähnt wird, durch lange Perioden mit östlichen Winden baut sich in der südlichen- und südöstlichen Ostsee eine steile und sehr kurze Welle auf, die uns immer wieder brutal abbremst. Dieses Phänomen kennen wir von der Kanalküste in dieser Form nicht, außer auf den flämischen Bänken an der belgischen Küste.
Wir segeln ca 2 Seemeilen entfernt entlang der Küste und sichten schon die imposanten Sanddünen, deren Begehung für den Hafentag in Leba vorgesehen ist.
Im Leba Yachthafen liegen wir zusammen mit REA, REGIA und COMFY sehr geschützt mitten in einem romantischen Wäldchen.
Direkt nach der Dämmerung entdecken wir im Westen bei klarem Himmel die Venus, den "Abendstern", kurz darauf lässt sich im Südosten der Jupiter blicken, noch bevor der erste Stern zu sehen ist.

Hafenimpressionen





Im Zentrum von Leba






Dienstag 22. Mai Hafentag Leba

Da am Anfang der Saison fast in keinem Hafen Diesel zu bekommen ist, besorgen wir Nachschub an einer öffentlichen Tankstelle. Unsere Klappfahrräder leisten wertvolle « Schlepphilfe » auf diesen nicht ganz kurzen Wegen.
Nach Einkäufen im neuen Supermarkt radeln wir in den Slowinski Nationalpark, um die berühmten Wanderdünen zu erklimmen. Jörn Heinrich hat sie in seinem Küstenhandbuch Polen und Litauen als « Sahara Pommerns » beschrieben, sie dienten auch schon mehrfach als Filmkulisse. Nach einem relativ steilen Aufstieg haben wir eine spektakuläre Sicht auf den Lebasee und die Ostsee.
Die Wanderdünen haben Höhen zwischen 30 und 45 m und wandern mehrere Meter pro Jahr von West nach Ost.










Mittwoch 23. Mai Leba-Hel 58 sm

Nach Auflösung des Frühnebels starten wir schon um 7.15 h mit Ziel entweder Wladislawowo oder direkt in die Danziger Bucht nach Hel, ebenfalls ein bekanntes und beliebtes Seebad. Es gibt Null Wind, und unsere Heckwelle zeichnet interessante Muster in die spiegelglatte See.



Kurz nach Mittag schickt uns « Rasmus » endlich den lang erhofften Segelwind, und wir beschliessen, direkt bis Hel durchzusegeln. Nach 11 h auf dem Wasser bei wieder traumhaftem Wetter machen wir in der kleinen Marina mitten in einem großen Industriehafen fest.

Halb Wind segeln mit unserer Leichtwindgenua



Donnerstag 24. Mai Hel-Sopot 13 sm

Bevor wir nach Danzig aufbrechen machen wir noch einen Stop in Sopot, was sich in den letzten Jahren in eines der beliebtesten Ausflugziele in Polen entwickelt hat. Die moderne Marina, die durch einen hölzernen Seesteg von 500 m Länge mit dem Ort verbunden ist, zieht selbst in der Vorsaison unglaubliche viele Besucher an. Von der Aussichtsplattform des Leuchturms von Zopot haben wir eine gigantische Aussicht über die Stadt, den Hafen und die Ostsee.

Blick vom Leuchtturm



Hafen und Seebrücke





Die »Flaniermeile »



Freitag 25. Mai Sopot-Danzig 8 sm

Nach nicht einmal 2 Stunden Fahrt erreichen wir die Marina von Danzig, die mitten in der Stadt liegt, direkt gegenüber dem Krantor, dem Wahrzeichen der Stadt.

Kurz vor der Marina....



Der Blick vom Turm des Bernsteinmuseums auf die Lange Gasse mit Rathaus der Rechtstadt und der mächtigen Marienkirche



Wir streifen noch fast 5 h durch Danzig und bewundern die Marien - und Nicolaikirche, die Brigittenkirche mit dem fast fertigen Bernsteinaltar Kunstwerk, das Rathaus der Rechtstadt, die Markthallen, das Bernsteinmuseum und natürlich zum Abschluss ein Eis in der berühmten (kleinen) Eisdiele Mis in dritter Generation.
Danzig ist zu Recht ein großer Touristenmagnet, wir sind erstaunt über unglaublich vielen Besuchergruppen schon Ende Mai.

Samstag 26. Mai Hafentag

Wir besichtigen das Uphagenhaus, das einzige (wiederaufgebaute) und zu besichtigende Bürgerhaus Polens.
Unsere Checkliste für den sehr langen Schlag über Nacht nach Klaipeda (Memel) wird ebenfalls abgearbeitet, und wir beschließen, von Hel aus zu starten.

Sonntag, 27. Mai Danzig-Hel 17 sm

Nach Besichtigung des wirklich sehenswerten "Museums des 2. Weltkrieges" brechen wir auf nach Hel bei wieder schönem Segelwetter aber wie gehabt mit Wind genau von vorn. Nach vier Kreuzschlägen machen wir fest und hoffen auf ein gutes Wetter- und Windfenster am Montag/Dienstag für den Trip nach Klaipeda, Litauen.

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